Mann im Schatten

Die Welt ist im Umbruch – so viel ist klar. Veraltete Produktionsweisen brechen zusammen, ganz egal ob Autos, Zeitungen oder Bankkonten bearbeitet werden. Es erinnert an die Umwälzung vom sekundären zum tertiären Arbeitssektor Anfang der 1930er, als die Arbeitswekt vom Rohstoff-verarbeitenden Gewerbe zur Dienstleistungsgesellschaft ging.

Die Welt im Umbruch

Die Welt im Umbruch

Aber was soll jetzt kommen? Die Krise umfasst ja längst schon den tertiären Sektor, nach dem eine weitere Entwicklung schwer vorstellbar ist. Dienstleister sind aber jetzt genauso betroffen, wie auch Kulturschaffende u.ä. Doch das liegt aber nicht nur am wirtschaftlichen Druck der aktuellen Krise, sondern auch an einer Umwälzung im privaten Sektor.

Dank der digitalen Revolution und dem rasanten Siegeszug der Social Networks wie Facebook, Twitter, Myspace, StuiVZ usw. wird heute z.B. der ganzen Welt in Sekunden mitgeteilt, wie es einem grade geht – mit 140 Zeichen. Gemeint ist natürlich der Webdienst Twitter. Obwohl die Nachrichten selber meistens absolut überflüssiger Unsinn sind, bedeutet die reine Existenz des Phänomens schon einiges. So viel sogar, dass Julian Dibbell auf wired.com erklärt, das Buch als primäres gesellschaftliches Medium für Geschichten, Unterhaltung, etc. werde von der neuen Art des Lesens überholt.

Zum Teil konnte die erfolgreiche Blog-Autorin Else Buschheuer das schon am eigenen Leib erfahren. Ihre Leser waren es immer gewohnt, jeden ihrer Gedanken, jede schöne Formulierung, jede Ansicht umsonst zu bekommen – via Blog und Internet. Jetzt möchte sie aber ein Buch schreiben und merkt, dass sie sich a) den eigenen Marktwert versaut hat, weil man von ihr doch alles gratis bekommt und b) Blogs in ihrer Kürze und Kurzatmigkeit gar nicht an ein Buch mit seinem tiefen Inhalt und seiner langen Erstellung heranreichen können. „Bloggen, das sind viele kleine Fehlgeburten, abgetriebene Gedanken.“ So drastisch wie sie im Spiegel.de-Interview kann man es natürlich auch sagen.

Ob Else Buschheuer ihr Buch aller Abtreibung zum Trotz beenden wird, das fertige Produkt dann noch verkauft – und wo das alles noch hingehen wird, bleibt abzuwarten und spannend. Klar ist allerdings auch, dass leider einiges vom aktuell Gewohnten auf der Strecke bleiben wird. Gewohnheiten, Jobs, Herangehensweisen, Meinungen.
Aber versuchen wir den Hoffnungsschimmer zu sehen: „Jede Veränderung wurde in Schmerz geboren.“ (Wer dieses grob erinnerte Zitat im Original gesagt hat, fällt mir leider nicht mehr ein.)

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