Mann im Schatten

Es war definitiv zu kalt im Zelt. Der Dauer-Eisregen machte es auch nicht besser. Warum überhaupt an einem Winterwochenende im Harz wandern und campen? Blöde Idee? Nein, nur eine kalte.

Seit einer Weile hat das Wandern auch mich gepackt. Möglichst dort, wo sonst fast niemand geht. Die nächste große Runde steht demnächst in den schottischen Highlands an. Ich war noch nie dort, erwarte karge Weiten, einsame Hügel, Hänge, Berge. Hoffentlich nicht zu viel Regen. Midlife Crisis? Ja, die Frage kam schon. Ehrliche Antwort: Keine Ahnung. Ich hoffe nicht.

Entschleunigung.

Abenteuer.

Kopffreimachen.

Harz im Winter, Blick auf den Hexentanzplatz bei Thale

Harz im Winter, Blick auf den Hexentanzplatz bei Thale

In der Zwischenzeit habe ich endlich einen bisher nicht gelesenen Autoren an meinen Nachttisch geladen: Arthur Machen. Ein Geistesbruder von H.P. Lovecraft. Weird Tales des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. In ihnen geht es immer wieder um legendäre, alte, mystische, pagane Bewohner Britaniens. Alte Wege, alte Wälder. Geschöpfe, die schon zur Römerzeit alt waren. Eine Sehnsucht nach mystischen Zeiten, die wahrscheinlich auch J.R.R. Tolkien umgetrieben hat.

Finden sich da Parallelen? Zwischen den Autoren, zwischen mir, Harz und Schottland? Wird die Weite der Highlands solche Gedanken anstoßen, während wahrscheinlich beständig schwerer Regen das irgendwann komplett durchnässte Outdoor-Equipment zermürbt? Anfangs wohl kaum. Wenn es nass und kalt im Zelt geworden ist – bestimmt. Dann wird wahrscheinlich verständlich, warum diese Geschichten von Arthur Machen keine süßen Fantasy-Geschichten, sondern seltsame, unnatürliche Geschichten der Gruselwelt sind. Zivilisation hat doch Vorteile. Manchmal muss man sie sich halt vor Augen führen.

Wo auch immer.

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