Mann im Schatten

Ab wann wird ein bitteres Klischee eigentlich zum bösartigen und geschmacklosen Running Gag? Wie oft kann die katholische Kirche eigentlich noch wegen Kindesmissbrauch in die Schlagzeilen kommen? Der aktuell von br-online.de berichtete Fall schlägt dem Fass den Boden aus:

1980 wird einem einschlägig verurteilten pädophilen Priester aus Essen Unterkunft im Bistum München gewährt, damit er eine Therapie machen kann. Macht er aber nicht, sondern wird in der Seelsorge eingesetzt. Er wird – quelle suprise – rückfällig, aber erst 1986 wieder verurteilt. Und was passiert? Schon 1987 (!) ist er wieder in der Seelsorge aktiv!

Kann nicht sein, war aber anscheinend so. Und zu guter Letzt der Hammer: Erst 2008 wird der pädophile Priester endlich die Seelsorge, und damit der direkte Umgang mit den Schäfchen, entzogen. 28 Jahre nach seiner ersten Verurteilung, 22 Jahre nach dem erwiesenen Rückfall.

Dass der jetzige Papst Benedikt XVI als damals aktiver Erzbischof Joseph Ratzinger auch noch in die Geschichte involviert ist, nimmt sich dabei schon fast irrelevant aus. Ob es ihm oder jemand anders hätte auffallen müssen – fest steht, dass es auffallen muss und nicht passieren darf.

Nicht darf, und doch tut. Bitter. Die zum bitteren Klischee verkommene Geschichte der katholischen Kirche und der darin immer wieder aufkommenden Pädophilie. Ab wann wird ein bitteres Klischee eigentlich zum bösartigen und geschmacklosen Running Gag?

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One Response to “Verurteilter pädophiler Priester bleibt jahrzehntelang Seelsorger”

  1. Zocher

    Auch die evangelische Kirche ist bis heute zu problematisch in ihrem Verhalten.Wer möchte schon ohne Lohn als Kranker noch arbeiten? Die Meisten wehren sich gegen eine Tätigkeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen, dem sogenannten 2. Arbeitsmarkt. Sie halten das für eine Form von Unterdrückung durch die Kirche, die wehrlose Menschen zu einer Art Sklave für sich machen würde, und das auch nicht mit Zuwendung belohnen würde. Immer wieder wurden Misshandlungen, ausgeführt auch von Angestellten der Kirche thematisiert, die Steuergelder für Gewalt verbrauchen würden. Diese Situation sollte verändert werden. Die Kirche sollte mehr das Geben lernen. Für ihr Verhalten gibt es speziell durch diese Religion keine Rechtfertigung, sondern das Gegenteil ist der Fall.

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