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Der Tod

Der Tod

Über das Sterben nachzudenken und sich anschließend dazu zu äußern, ist seit Jahrtausenden eines der größten Hobbys von Literaten allüberall. Anlässlich des sehr offen thematisierten Todes von Robert Enke ist auf zeit.de jetzt ein zwar etwas langer, aber ziemlich interessanter Artikel über die Sichtbarkeit des Todes erschienen.

Es geht darin um den Umgang mit dem Tod, der sich vor allem dank und seit dem Internet ziemlich verändert hat. Ist er öffentlicher geworden nachdem er eigentlich aus der Öffentlichkeit verbannt wurde?

„Zeigen die Bilder der Toten auch tatsächlich – den Tod? Anders gefragt: Könnte nicht, wie der Kunstwissenschaftler Hans Belting vermutet, die neue Sichtbarkeit des Todes nur seine alte Unsichtbarkeit vollenden? Beltings These lautet: Wir dürfen die neue Sichtbarkeit der Toten nicht mit der Sichtbarkeit des Todes verwechseln. In Wirklichkeit ersetzen wir die Bilder, die wir nicht ertragen, durch Bilder, die wir aushalten. Ständig bekommen wir Tote zu Gesicht, damit wir uns nicht vor dem Sterben »zu Tode« fürchten müssen.“ (zeit.de)

Ein ziemlich richtiges Ergebnis, zu dem zitierter Hans Belting da kommt, denn wer von uns hat den Tod tatsächlich schon gesehen? Oder gar gerochen? Sprich: real erlebt? Die Darstellung des Todes in Einsen und Nullen wird dem Phänomen „Tod“ nicht einmal entfernt gerecht, weshalb das Internet den Tod nur noch weiter aufräumt, desinfiziert, irrealisiert. Das Wort ist gleich, der Deutungsumfang ganz und gar nicht.

Doch das sind auch nur ein paar spontane Reaktionen und Gedanken zu einem lesenswerten und damit deutlich empfohlenen Artikel.

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