Mann im Schatten

SPLICE-Filmplakat

SPLICE-Filmplakat

Ein seltsamer Samstag-Abend: es ist WM-Zeit, da erst der 2. Spieltag ist, sind noch alle heiß drauf, doch im Kino lockt auch der neue Vincenzo Natali Film SPLICE. Kurzer Rückblick: Mit CUBE (1997) hat der kanadische Regisseur Independent-Kino-Geschichte geschrieben, CYPHER (2002) hatte alle Fans glücklich gemacht und die Komödie NOTHING (2003) zwar durchaus verwundert, aber auch vollkommen überzeugt.

Jetzt dann also SPLICE – ein Gen-Experiment-Film, in dessen Besprechungen auch durchaus mal der Name Cronenberg fällt. Im Kino ist es erstaunlich voll. Erstaunlich, weil halt grad WM ist. Filmstart, überraschend unernste erste Minuten, macht Laune. Dazu eine nachvollziehbare Geradeaus-Story mit Adrien Brody und Sarah Polley in den Hauptrollen. Immer wieder schaut in der humorigen Inszenierung ein kleiner Ekelmoment a la Cronenberg auf, doch viel passiert nicht.

Am Ende wird es dann doch eklig. Da wird auch mal eine Frau vom Gen-Experiment-Wesen vergewaltigt. Man sieht nicht viel, unschön ist es trotzdem. Als der Film vorbei ist, springt gleich der Erste auf. „Der Film war ja nicht nur mies und billig, sondern auch noch ekelhaft,“ flucht er. Eine Reihe dahinter wird er still und leise ausgelacht. Dort sitzen Natali-Fans und fühlen sich bestens unterhalten.

Eigentlich also wirklich wie bei David Cronenberg. Mies, ekelhaft und doch so unterhaltsam. Und auch irgendwie Kunst, da hier so schön mit Genre-Konventionen gespielt wird. Wobei über den Kunst-Begriff an anderer Stelle durchaus diskutiert werden sollte.

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