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Wände - bald auch im Internet (c) Kevin Rosseel, MorgueFile

Wände - bald auch im Internet (c) Kevin Rosseel, MorgueFile

Wer sich ein wenig mit Science Fiction und William Gibson auseinander gesetzt hat, ist irgendwann auch mal auf die „spatial theory“ getroffen. Sie geht davon aus, dass der Autor ständig neue Welten, neue Räume schafft. Besonders klar war das in seiner Sprawl-Trilogie (Neuromancer, Count Zero, Mona Lisa Overdrive). Was er darin visionierte, die Matrix, wurde später das omnipräsente Internet – Ort unendlicher digitaler Freiheit.

Die Furcht, diese Freiheit und Grenzenlosigkeit könnte von Gesetzen oder Kartellen zusammengestaucht werden, ist genauso gewachsen, wie die Vergrößerung der Internet-Welt an sich. Und was passiert jetzt plötzlich? Jetzt erklärt wired.com, dass diese grenzenlose Freiheit vorbei sein.

Warum das? – Weil wir es so wollen! Der Artikel liest sich ziemlich interessant und ist durchaus nachvollziehbar:

Wir organisieren das Internet über Apps, über Services, über Voreinstellungen. Wir surfen nicht mehr von einem Link zum nächsten – selbst die Terminologie des „surfens im Internet“ klingt schon verdächtig nach den 90ern. Das Web ist so groß geworden, dass wir selber es sortieren, beschneiden, zusammenfassen, einzäunen.

Eine interessante Entwicklung, die aber auch Platz für eine weitere Gibson-Erfindung aus der Matrix-Trilogie macht: den erwähnten Sprawl selber. Die Außenseite der neuen Welt. Dreckig, gesetzlos, gefährlich. Da geht niemand hin. Vielleicht wird das das Internet in zehn Jahren sein. Der Teil außerhalb der App-Zäune. Ein digitaler Sprawl.

Abwarten. Interessant wird es auf jeden Fall.

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