Mann im Schatten

Kürzlich erzählte eine bekennende 50s-Fanin in Berlin, wie oft sie dämliche Sprüche von Rockabillies bekomme, weil sie ein Zungenpiercing habe. Das sei ja gar nicht authentisch. Nach längerem fällt der Groschen: totale Identifizierung mit der geliebten Zeit und in den 50s gab es doch gar keine Zungenpiercings. Möglichst originalgetreue Nachbildung der Zeit wird aber zu jeder Situation des privaten Lebens erbeten. Ergo: keine Authentizität. Dass sich die Reinheitsgebotshüter zwar mit dem Handy zum Date verabreden, im Internet neue Requisiten bestellen und ihr Auto Baujahr 2004 ist, darf kurz mal am Rande bleiben.

Elvis - kein Ritter und mit Sicherheit ohne Zungenpiercing

Elvis – kein Ritter und mit Sicherheit ohne Zungenpiercing

Sowas kennt man eigentlich nur von Ritter-Festspielern, Wikinger-Clans, Germanen-Horden, die sich darüber streiten, ob der verdammte Helm nun in die dargestellte Epoche passt, bevor der nächste Markt-Besucher nach einem Zeiteisen (einer Uhr) oder einem Taschendrachen (ein Feuerzeug) befragt wird. Wo bleibt da der Spaß? Zählt nicht der gute Wille, ein wenig in die fremde Zeit einzutauchen und dort Spaß zu haben?

Anscheinend nicht.

Vielleicht sind Ritter-Festspieler in Berlin ja als Rockabillies getarnt. So viele Burgen gibt es hier ja nicht…

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