Mann im Schatten

Der gute, alte, obsolete Monitor

Der gute, alte, obsolete Monitor

Man hat ja schon lange davon gehört, dass die optischen Wiedergabe-Geräte der Zukunft – man kann sowas wohl unmöglich noch Monitor nennen – ultraflach und biegsam sein werden. Man wird sie knicken können, sie werden mit Nanos hergestellt und so weiter. Leider werden sie nicht die Haptik des geliebten und gewohnten Papieres haben, sondern nur den alten Monitor noch lächerlicher erscheinen lassen.

Werden sie wohl, erklärten jetzt Professor Steckl von der University of Cincinnati und der Doktorand Duk Young Kim und präsentierten gleich ihr aktuelles Forschungsprojekt: Electrowetting. Dabei soll Papier als Trägermedium Schrift, Bilder, Videos und dergleichen darstellen. Und das auf Papier-Basis, mit Papier-Fingergefühl. Klingt cool, muss nur noch auf den Markt kommen. Immerhin ein interessanter Schritt in die Zukunft. (Quelle: netzwelt.de)

Da wirkt plötzlich sogar das iPad klotzig…

Verbreite diesen Artikel über:

Max Höfer schreibt in seinem Artikel „Facebook, Google & Co: Wie das Internet Kapital und Avantgarde versöhnt“ durchaus mit einem Schuss Polemik, dumm ist die Kernaussage am Ende des langen Kommentars aber nicht:

„Die digitale Boheme, wie sich die Avantgarde heute nennt, hat sich mit den Internetkonzernen verbunden. In ihr haben die rüden Methoden von Facebook und Google ihre nachsichtigsten Anwälte und ihre Innovationen die größten Befürworter. Beide lieben die Rhetorik der Weltverbesserung und des Fortschritts. Der amerikanische Kapitalismus und die digitale Boheme sind Freunde geworden. Beiden gefällt das. Auch wenn sie das so deutlich nicht sagen würden.“ (Quelle: cicero.de)

Eigentlich waren die intellektuelle Elite und die künstlerische Avantgarde immer autark, sprachen gerne und laut gegen Missentwicklungen, eckten an. Das kommt natürlich auch heute noch vor. Zu denen aber, die sich als die wahren Machthaber von morgen entwickeln, legen sie heutzutage einen Kuschelkurs ein:

- Apple ist Gott.
- Wer Google nicht nutzt, ist selber schuld.
- Facebook und Twitter sind prima zur Selbstvermarktung.

Wird also alles anders? Muss aus den Graswurzel-Skeptikern die neue Speerspitze werden – was aufgrund der Skepsis wohl nicht passieren wird? Haben die sogenannten Mover und Shaker ihren Esprit in Anbiederung verloren?

Zugegeben, auch vorliegendert Beitrag verallgemeinert und hat Polemik in sich. Aber interessant ist die Entwicklung schon.

Verbreite diesen Artikel über:

Redet mehr über Barack Obama


November 4th, 2010
US-Präsident Barack Obama

US-Präsident Barack Obama

So, Barack Obama ist also angezählt, in der Ecke, hat einen bösen Schwinger auf die Rippen bekommen. Die Box-Analogie ist nur eine von vielen, die momentan die Kommentare befüllen, die das Netz, die Polit-Sendungen, die Nachrichten-Magazine füllen. Vor allem natürlich online. Jeder will was vom Google-Kuchen abhaben.

Doch wer soll die Kommentare, die Interpretationen, die Freuden- und Trauererklärungen alle lesen? Die Meisten lesen eh nur bei den Instanzen, denen sie immer ihr Vertrauen, ihre Zeit, ihr Geld geben. Die Meinungen kennen sie und bekommen so meistenteils zu hören, was sie hören wollen. Also Freude, Trauer, Box-Analogie oder nüchterne Politk-Interpretation.

Eine Frage sei allerdings in den Raum gestellt: wenn Barack Obama und die Midterm-Wahlen momentan nicht das große, heiße Thema wären, würden nicht so viele Kommentare dazu erscheinen. Würde das den Gehalt, den tatsächlichen Inhalt, mindern?

Verbreite diesen Artikel über:

Dienstag Abend, 23h. Während in München und Stuttgart die Menschen ins Bett gehen, strömen die Berliner aus ihren Häusern. Feiern. Es ist schließlich, ja was eigentlich? Abend? Reicht! Wir sind in Berlin – nirgends in Deutschland wird gefeiert, wie hier.

Party-Zeit Halloween - gerne auch mal vorverlegt (c) morgueFile

Party-Zeit Halloween - gerne auch mal vorverlegt (c) morgueFile

Jetzt steht Halloween vor der Tür. Verdutzte Frischzugezogene wundern sich, warum in Berlin fast alle Halloween-Feiern am 30.11. stattfinden. Ist doch nen Tag zu früh?!? Aber: Berlin hat am 01.11. nicht frei. München und Stuttgart schon. Also legen all die Organisatoren ihre Partys schnell einen Tag vor, ist zwar noch nicht Halloween, aber egal! Feiern!

Jetzt bin ich mal froh, dass auch hier der 01.01.2011 ein Feiertag ist. Sonst wäre noch normaler Arbeitssamstag und Silvester könnte als Feier einfach einen nach Tag hinten verschoben werden. Sonntag ist ja doch noch frei. Nicht nur bei den Feinden in München und Stuttgart.

Und die Moral der polemischen Geschichte: Wieso feiert Berlin Halloween nicht an dem Tag, wo es hingehört? Am 31.10.! Feiertag hin oder her – geht doch Dienstags auch…

Verbreite diesen Artikel über:

Der 19. Juli 2010 war anscheinend ein guter Tag für das Urban Dictionary, denn diese grandiose Wortschöpfung wurde “urban word of the day”:

“The act or reactive measure when the opposite sex makes eye-contact with you and then proceeds to plug in their iPod as a defense mechanism to prevent you from making a move on them.

Josh: I saw this girl on the bus and was going to hit on her, then she busted out her iPod.

Sam: Aw man, you got cockblocked by Steve Jobs.”

July 19, 2010 Urban Word of the Day
Verbreite diesen Artikel über:
Opeth in ihren beiden besten Momenten

Opeth in ihren beiden besten Momenten

20 Jahre Progressive Death Metal 70er-Prog-Rock undwasnoch – kurz: 20 Jahre Bestehen der schwedischen Band Opeth. Das war zwar schon vor einigen Monaten, jetzt ist aber die DVD zum Geburtstag auf den Markt gekommen: OPETH IN LIVE CONCERT AT THE ROYAL ALBERT HALL. Das Londoner Konzert zeigt ihr Meisterwerk BLACKWATER PARK (2001) und einen Querschnitt durch alle ihre Alben auf der zweiten Disc.

Aber mal ganz ehrlich (es ist schließlich Sonntag, da soll man Abends ehrlich sein): Wer braucht Konzert-DVDs? Einer Band per Fernseher beim Auftritt zugucken? Gäääähn. Ach ja: die großartige Royal Albert Hall sieht toll aus. Gäääähn. Aber: der Sound und die Song-Auswahl sind prima. Also: tolles Gerät, diese DVD.

Warum sie das ist? Aus drei Gründen – in aufsteigender Wichtigkeit:

- Opeth sind eine tolle Live-Band (blabla)
- Der Lauf durch alle ihre Alben ist schlicht schön.
- BLACKWATER PARK!!!

DAS Album ihrer Karriere komplett und am Stück live! Eigentlich als letztes Opeth-Album geplant, stellte sich plötzlich Erfolg ein. Die folgenden Alben wurden noch erfolgreicher, die Songs objektiv noch gehaltvoller – aber diese perfekte Mixtur aus 70s-Rock, Psychedelik, Progressivität und Death Metal haben sie vorher und nachher nie wieder so genial eingefangen. Und deshalb ist es eigentlich egal, was auf dieser DVD so passiert. BLACKWATER PARK am Stück live gespielt, mit knackigem Sound – das kann alles, da geht alles, da kommt Pipi in die Augen.

Oder ist das nur das Alter? War vor neun Jahren eine andere Epoche und die DVD erinnert daran?

Wayne.

Regler rauf, Repeat gedrückt, Rotwein nachgeschenkt (das Klischee muss schließlich bedient werden) – schön ist’s.

Verbreite diesen Artikel über:

Facebook - the place to discover?

Über 20 soziale Netzwerke haben sich heute gemeinsam gegen Rechts ausgesprochen und wollen aktiv werden, damit ihre Seiten nicht weiter, oder nicht mehr so leicht, von rechts missbraucht werden können:

„Ziel der Kampagne soll es sein, in den 20 teilnehmenden sozialen Netzwerken gegen Nazis zu mobilisieren.“
(Quelle: tageschau.de)

Und was macht Facebook? Wie Kino-Gänger wissen, ist es nicht nur ein, sondern THE Social Network. Nun, sie halten sich fein raus, beteiligen sich nicht an der Aktion.

Das klang vor ein paar Tagen noch ganz anders:

„”Welchen Einfluss kann die drittgrößte Nation der Welt haben?”, fragte Randi Zuckerberg am Dienstag auf dem Personal Democracy Forum in Barcelona. Und stellte anschließend das Projekt peace.facebook.com vor. Die Seite wertet die Verbindungen zwischen Facebook-Mitgliedern aus und will aufzeigen, wie viele politische, religiöse und kulturelle Gräben das Netzwerk überwindet.“ (Quelle: zeit.de)

Die drittgrößte Nation ist Facebook. Und sie könnten für eine bessere Welt zum Beispiel eine Aktion gegen Rechts unterstützen. Nur so als Vorschlag…

Verbreite diesen Artikel über:
Berlin-Mitte, der Alex (c) Pumplin, morgueFile

Berlin-Mitte, der Alex (c) Pumplin, morgueFile

Wer am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte das St. Oberholz betritt, sollte einen Laptop dabei haben. Am besten natürlich einen Mac, denn alles andere ist ja nicht wirklich hip. Im eigentlich ziemlich gemütlichen, zweistöckigen Café, das irgendwann auch mal ein China-Restaurant war, sieht es  aus, wie in einem Internet-Cafe – das es trotz Wlan aber nicht ist. Trotzdem starrt jeder in einen mobilen Monitor. Gerne auch mal zu zweit in einen.

Muss toll sein, sollte ausprobiert werden. Also schnell des portablen Rechner – keinen Mac – eingepackt, hingewandert und den Selbstversuch gestartet. Platz in einer ruhigen Ecke gefunden, natürlich imagebewusst Latte Macchiato geordert und ein wenig getippt, recherchiert und postmoderne Hipness genossen.

Das Ergebnis: der Kaffee war ok, mit 2,90 Euro aber etwas teuer und der Milchschaum zu trocken, die Arbeit ist dank der gemütlichen Ecke tatsächlich vorwärts gekommen, das Hip-Sein war ok. Bester Nebeneffekt war aber: wer die ganze Zeit in den Rechner schaut, bemerkt gar nicht, wie schlimm klischeehaft die ganze Szenerie eigentlich ist.

Und was ist mit der modernen Vereinsamung? Im Café sollte man doch gesellig sein! Waren wir ja aber auch, während wir konzentriert Milchschaum mit Koffein geschlürft und in unsere Rechner gestarrt haben – wir hatten ja alle Skype und Co. auf. Man sitzt also im Café und tauscht alle eventuell physisch anwesender Idioten gegen digital anwesende Freunde aus. Herrliche neue Welt! Hipster in Berlin-Mitte rulen also doch.

Verbreite diesen Artikel über:

Apps gelten als das nächste große Ding. Da steckt Geld drin. Mit ihnen wird der Journalismus gerettet. In ihnen findet das Internet seine eigene Zukunft. Schöne Apps. Leider sammeln fast alle von ihnen auch persönliche Daten, geben das nicht nur nicht an, sondern kommunizieren sie oft genug auch noch verschlüsselt an den Hersteller und die Marketing-Abteilung.

Netzwelt.de hat einen ziemlich interessanten Artikel darüber gebracht:

“Zwei unabhängige Studien belegen, dass zahlreiche Handy-Applikationen private Informationen der Nutzer an die Hersteller übertragen, etwa Telefonnummer oder den Gerätecode. Die Daten ermöglichen es der Werbebranche Profile anzulegen. Wehren können sich die Nutzer dagegen kaum.

[…]

Gegen den Eingriff in ihre Privatssphäre wehren können sich die Nutzer den Forschern zufolge eigentlich nur, in dem sie keine Applikation installieren. “ (Quelle: netzwelt.de)

Schöne neue Apps.

Verbreite diesen Artikel über:
Der deutsche Bundestag (c) bundestag.de

Der deutsche Bundestag (c) bundestag.de

Vor 20 Jahren ist in Deutschland Geschichte geschrieben worden. Aus zwei Staaten wurde endlich wieder einer. Darauf können wir stolz sein. In Berlin haben wir das vor dem Bundesstag während einer sehr würdevollen Ansprache gelernt, in der Tagesschau haben es alle anderen gehört:

“Auch bei selbstkritischer Betrachtung der 20 Jahre seit dem 3. Oktober 1990 haben wir alle miteinander Anlass zu stillem Stolz und lautem Dank.”
(Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, zitiert nach bundestag.de)

Aber worum geht es bei einer Einheit? Worum geht es, wenn ein Volk auf sein Land stolz sein soll, auf seine Mitmenschen? Geht es dann darum, in einer steifen Veranstaltung zu sitzen und sich Spitzentanz anzusehen? Sich salbungsvolle Worte anzuhören? Ein bisschen Streichorchester? Oder sollten wir lieber feiern? Mit unseren Landsleuten sprechen, anstoßen, Gemeinsamkeiten finden?

Die Veranstaltung vor dem Reichstag am historischen 03.10.2010 war so langweilig, wie das Volksfest vor dem Brandenburger Tor eine austauschbare Ansammlung der üblichen Fressbuden. Deutschland feiert sich selbst? Schön wäre es. Eine Freundin aus Amerika brachte es auf den Punkt:

„This really is so lame. But hey, I got the my friend’s message on the mobile … she already left: ‘This is so boring! I just could not stay.’“

Und damit hatten sie alle beiden recht. Da hilft auch kein Feuerwerk mehr. Deutschland: ich bin ja so stolz! Feiern können wir nicht, aber im Stepptanz sind wir toll. Auch nach 20 Jahren Wiedervereinigung.

Verbreite diesen Artikel über:
Proudly powered by WordPress. Copyright © Mann im Schatten. All rights reserved.
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de