Mann im Schatten

Ein ausgesprochen interessantes Konzept haben sich die Leute hinter 140 Sekunden überlegt: professionell gemachte Videos erzählen die Geschichten hinter Tweets, die aus dem Twitter-Wust herausstachen und eine Lawine auslösten. Das hat unter anderem die Aufmerksamkeit des JakBlog erregt – und ein Blick auf diese frische Idee lohnt allemal. Wie sehen die Kleinst-Filme aus, die natürlich nicht länger als 140 Sekunden sein dürfen, wenn die Tweets 140 Zeichen lang sind?

Der erste Eindruck: tolle Optik, drastische Anschnitte und Großaufnahmen, schöne Schnitte. Da versteht jemand sein Handwerk.

Zweiter Eindruck: seit wann sind 140 Sekunden so lang? Bei einer so kurzen Zeit braucht man ein gutes Storyboard, um alles unterzubringen. Das scheint zu fehlen, denn obwohl Idee und technische Umsetzung toll sind, wirken die nicht mal zweieinhalb Minuten irgendwie langatmig:

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“Im Internet ist sie total sinnlos.”

- Thomas Knüwer, Medienberater, zum Thema “Chronistenpflicht im Internet.

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Kokowääh, der neue Film von Til Schweiger

Kokowääh, der neue Film von Til Schweiger (c) Warner Bros.

Eine der schwersten journalistischen Leistungen ist es, einen satirischen Beitrag zu schreiben – Glosse, überzogener Kommentar, oder ähnliches. Viele versuchen es, fast niemand schafft es. Meistens ödet der Autor seinen Leser durch endlose Zeilen gewollten Witzes.

Genau das ist jetzt wieder auf spiegel.de passiert – eigentlich ja DEM Internet-Flaggschiff (zumindest was den Erfolg angeht). Die Autorin mag „Kokowääh“, den neuen Film von Til Schweiger, nicht. Durchaus verständlich. Aber warum wird der Film nicht einfach verrissen, wenn er doch so schlecht ist?

„Aber seinen neuen Film ‘Kokowääh’ zu verreißen, fanden wir dann doch zu einfach.“ (Quelle: spiegel.de)

Die in der Dachzeile angekündigte „Til-Schweiger-Satire“ war anscheinend aber zu schwer, denn was der Leser 904 Wörter lang ertragen muss, ist nicht witzig, hat keine gute Grundidee, und ist deswegen schlicht langweilig. Vielleicht wäre ein einfacher Verriss, in aller Kürze aber Schärfe, doch besser gewesen, als das fiktive „Protokoll einer zufällig aufgenommenen Szene, die ein völlig neues Licht auf die Entstehungsgeschichte des Films“ (Achtung: Ironie) werfen soll.

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Es fällt leicht, sich über die pressefeindlichen Ausschreitungen in Ägypten aufzuregen – auf Grundlage von Presseberichten. Fakt ist, dass Pressefreiheit eine Grundstütze für ein einigermaßen freies Miteinander ist. Wenn diese so mit Füßen getreten wird, wie momentan aus Ägypten berichtet, ist das ein schweres Unrecht an den Journalisten vor Ort, den Menschen in Ägypten und denen, die im Ausland erreicht werden sollten, um zum Beispiel zu helfen. Die Internetsperre war ein Unrecht – bei dem aber noch keine Menschen bedroht, verfolgt oder sogar verletzt wurden. Das scheint jetzt anders zu sein:

“ZDF-Korrespondent Dietmar Ossenberg sagte in der “heute”-Sendung, sein Team sei von “marodierenden Banden bedroht und beim Drehen behindert” worden. In Kairo werde versucht, Berichterstattung mit aller Gewalt zu unterdrücken. Der Reporter flüchtete sich zusammen mit seinen Mitarbeitern gestern in die deutsche Botschaft.
[...]
Das deckt sich mit Informationen der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG). Demnach sind mehrere Berichterstatter geschlagen und ihrer Ausrüstung beraubt worden. Betroffen seien Mitarbeiter von Sendern wie BBC, Al-Dschasira, CNN, Al-Arabija und ABC News. Ein epa-Fotograf wurde am Kopf verletzt und von Armeesoldaten gerettet. Ein CNN-Reporter wurde mit seinem Team während laufender Kamera von Straßenkämpfern angegriffen.”

(Quelle: tagesschau.de)

Diese Berichte noch kommentieren zu wollen, erübrigt sich wohl. Traurig und erschütternd. Mal wieder.

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Das gute alte Buch - ausrangiert?

Das gute alte Buch - für immer ausrangiert?

Der Buchladen an der Ecke. Alte, dunkle Holzregale tragen kilo- wahrscheinlich tonnenweise Bücher der verschiedensten Dekaden. Der Laden ist leer. Der Betrachter geht leicht bedrückt weiter, denn das befürchtete Sterben kleiner Buchläden an der Ecke scheint trotz Harry Potter nicht vorbei zu gehen. Und dabei lesen sich Bücher doch viel schöner, als Kindles oder iPads.

60 Jahre vorher ging jemand  am Kaffeehaus an der Ecke vorbei. Wo früher Literaten gesessen und Zeitungen aus aller Welt genossen und diskutiert haben, ist mittlerweile ein Cafe mit Brotkauftheke. Die Zeiten sind vorbei, Literaten haben keine Zeit mehr für sowas, Zeitungen gibt es doch an jeder Ecke. Traurig geht der alternde Schreiber weiter.

Parallelen? Aber sicher. Traurig? Auch das. Andererseits ist es heute auch ganz nett. Werden wir die Buchläden vermissen?

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Facebook verfängt sich in seiner eigenen Entlarvung

Facebook - the place to discover?

Vor wenigen Tagen war Facebook mal wieder in aller Munde – negativ natürlich – weil sie mal wieder versuchten, aus den privaten Daten der User Kapital zu schlagen. Umfeldorientierte Werbung sollte es sein, in der eine Privatperson plötzlich ungefragt zum Werbeträger wird. Alles quatsch, entlarvt Facebook jetzt offiziell und teilt es jedem User mit, der sich über „mein Konto“ bis zum Reiter „Facebook-Werbeanzeigen“ verirrt: Dort heißt es jetzt:

„Entlarvung der Gerüchte über Fotos in Werbeanzeigen

In letzter Zeit waren einige irreführende Gerüchte über die Verwendung deiner Fotos in Facebook-Werbeanzeigen im Umlauf. Schenke diesen keinen Glauben. Diese Gerüchte beziehen sich auf Anwendungen von Dritten und nicht auf Werbeanzeigen, die auf Facebook angezeigt werden. Facebook-Werbeanzeigen können dein Profilbild und deinen Namen zusammen mit umfeldorientierten Handlungen enthalten, die du auf Facebook durchgeführt hast (z.B. wenn du ein Fan einer Seite geworden bist). Weitere Informationen dazu erhältst du im Hilfebereich.“ (Quelle: Facbook)

Moment. Waren die hier beschriebenen Werbeformen nicht genau die, die Facebook vorgeworfen wurden? Was soll ich denn nun nicht glauben? Dass Facebook genau die Werbung macht, die ihnen vorgeworfen und von ihnen hier zugegeben werden?

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Ägyptens-Internet-Welt flatlined

Ägyptens-Internet-Welt flatlined

Wie oft wurde schon vom Cyberwar gesprochen. Schlachtfeld der Zukunft. Guerilla-Taktik über digitale Kanäle. In Tunesien zeigte sich erneut, wie regierungskritische Gruppen, die eigentlich mundtot gemacht werden sollten, mit den neuen und mobilen Medien der Regierung das Leben schwer machte. Die Ägypter wollten es klüger anstellen und bringen gleich das ganze Land ins digitale Steinzeitalter – alles Schalter stehen auf „aus“. Flatline fürs Internet. Ein historisch einmaliges Ereignis bisher.

Ein normales Leben ohne Internet? Das ist heute kaum mehr möglich, da fast alles und jeder irgendwo am Netz hängen. Damit wird die Ausnahmesituation auf alle in Ägypten lebenden Menschen ausgeweitet, egal ob sie für oder gegen die Regierung sind, beteiligt oder nicht.

“Offenbar reichte dies der Regierung noch nicht aus und so wurde im nächsten Schritt fast das ganze Internet in Ägypten offline genommen und Mobilfunknetze abgeschaltet. Welche Auswirkungen der Blackout auf die Gesellschaft und die Wirtschaft des Landes haben wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen. “
(Quelle: netzwelt.de)

Gerade auf die Folgen darf man gespannt sein. Sozial, wirtschaftlich und politisch kann, darf und wird eine solch radikale Entscheidung nicht ohne Folgen bleiben.

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Das iPad werde alles revolutionieren hieß es oft genug. Geglaubt habe ich es – ganz ehrlich – nicht. Faszinierend war, ein reines Touchpad-Produkt zu haben, das über den Einfluss des Apple-Image-Boosters einen nachhaltig Einfluss auf mobile Endgeräte haben würde. Deutlich interessanter nimmt sich da allerdings das neue Acer Produtk Icona aus, das quasi aus zwei Tabloid-Rechnern besteht, die zusammen wie ein klassisches Notebook funktioniert.

Acer Iconia

Das neue Acer Iconia

Einen Überblick, Test und Begleitvideo zur interessanten Idee gibt es bei Netzwelt.de. Ob damit nun wirklich die Zukunft der mobilen Rechner um die Ecke lugt, sei dahingestellt. Deutlich näher ist sie aber sicherlich, denn Apps, Wischeffekte und dergleichen mehr – die ja unter anderem die Zeitungsbranche retten sollen – müssten sich doch auch darauf abrufen lassen. Plus: es ist ein echter Computer, anstatt eines Spielzeugs für zu reiche Kinder.

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Dschungelcamp - überall oben, überall schlimm

Dschungelcamp - überall oben, überall schlimm

Wer momentan auf gmx.de geht, bekomt per detault fast nur noch Artikel zum Dschungelcamp. Nervt mehr als nur ein wenig. Kürzlich meinte ein Bekannter schon, er wolle am liebsten Jedem eine latzen, der von dieser dämlichen Sendung spricht.

Wirft man kurz mal einen Blick auf die aktuellen Twitter-Trends, werden diese für Deutschland ganz klar von Dschungelcamp-Hashtags dominiert. Eigentlich verständlich, denn mehr als maximal 140 Zeichen braucht man für diese Sendung auch nicht.

Neugierig wie ich bin, wollte ich mir dann doch mal die offizielle Website von denen ansehen und bekomme erstmal eine Fehlermeldung: mein Browser will sie nicht öffnen. Angst? Guter Geschmack? Zufall? Ich sehe es jedenfalls als Zeichen, und gehe schnell wieder. Ein kurzer Blick auf das doch noch geladene Layout reicht auch, um selbst bei der Homepage schon die Krätze zu kriegen – sowas von billige Optik hätte ich nicht erwartet. Mir tun die hoffentlich gut bezahlten Redakteure leid, die der Quote zuliebe fast nur noch über das Dschungelcamp berichten müssen.

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Kaum ein Vergnügen: Rock Fashion Night 2011 in Berlin

Kaum ein Vergnügen: Rock Fashion Night 2011 in Berlin

Rock und Mode zu verbinden, wird immer wieder versucht – und geht jedes Mal lecker in die Hose. Menschen mit zu viel Geld und ohne Geschmack glauben, genügend Shirts von Ed Hardy würde schon Rock’n'Roll-Kredibilität ausmachen, sprengen Veranstaltungen, die ja ach so Rock sind. Das ist jedes Jahr wieder auf der Tribüne bei Rock am Ring zu sehen, geht aber auch während der Mode-Messe Bread And Butter in Berlin hervorragend.

Ganz vorne dabei: die Rock Fashion Night, die 2011 im Kesselhaus (Kulturbrauerei) stattfand. Es gibt Live-Musik (Oomph! und Willie Tanner), dazu staksen Models für Elfcraft und Iron Fist über die Bühne, im VIP-Bereich geben sich H.P. Baxxter (Scooter), Haudegen, Marc Terenzi inklusive Entourage die Ehre, Vodka-Redbull fließt in Strömen. Ein paar tätowierte Menschen mit Karohemd drücken sich verlegen in der Ecke rum und wollen nicht wahr haben, dass nicht nur Gläser und Brüste hier aus Plastik sind, sondern gleich die ganze Veranstaltung. Schön, wenn die Abstellgleisprominenz ihren Spaß hat, Laufkundschaft gibt es ohnehin kaum – und Oomph! scheint die ganze Sache auch leicht peinlich zu sein.

Rock und Fashion zusammenlegen? Meistens keine gute Idee, wenn dabei der Rock nicht sofort zum wiederholten Mal sterben soll.

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