Mann im Schatten

Wer sich bei journalistischen Formen speziell fürs Internet umschaut, stößt immer wieder auf die Audioslideshow. In Journalistenschulen wird sie heiß gehandelt, das nächste große Ding, super aufregend und sehr webbig. Wenn man mal rumfragt, wer auf User-Seite eine Audioslideshow mag, wird sich wundern, dass kaum bis keine Fürsprecher zu finden sind.

Der Grund dafür könnte laut Felix Seuffert darin liegen, dass die meisten Audioslideshows nicht präzise genug sind, nicht gut genug geplant und durchgeführt sind. Das erzählte er jedenfalls dem Journalist. Und eigentlich müsste Felix es wissen, denn er gewann für eine Slideshow den Reporterpreis 2010. Sein Beitrag über einen Fußball-Torwart in Südafrika ist auch deutlich besser, als die meisten anderen – schwimmt aber auch deutlich näher am Video, als die bisher bekannte Version der Form.

Die Macher des Reporterpreises haben zu ihrer eigenen Veranstaltung auch gleich eine Audioslideshow gebastelt. Vielleicht hätten sie besser mal die von ihnen selbst prämierte Arbeit genau ansehen sollen, denn sie machen selber alles falsch – was für eine Jury irgendwie diskreditierend wirkt. Wer möchte sich diesen vollkommen ziellos zusammen geschnibbelten Beitrag wirklich bis zum Ende ansehen?

In dieser – leider momentan als Standard auftauchenden – Form bleibt die Audioslideshow überschätzt und überflüssig. Grund: sie ist unverstanden. Oder doch einfach nur unnötig?

Recent Posts:

Leave a Reply

Proudly powered by WordPress. Copyright © Mann im Schatten. All rights reserved.
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de