Mann im Schatten

Gibt es noch Unterhemden? Trägt die noch jemand? Und wenn ja: nennt sie noch jemand so, wenn er unter 40 ist und sie eventuell eben nicht unter dem Hemd trägt?

Welt.de erklärt im Modeknigge das Unterhemd zu etwas typisch Deutschem, da es schlicht praktisch sei. Vor allem im Namen. Gleich dahinter wird postuliert, dass es genau da hin gehöre, wo es der Name verorte – unter das Hemd. Alles andere sei Modesünde. Von wenigen Ausnahmen mal abgesehen.

Dass das Unterhemd schon längst seinen Weg in die Mode gefunden hat und dabei längst nicht mehr die reine Asi-Kleidung oder das Bauarbeiter-Accessoire zum Feierabend ist, scheint dem Autor entgangen. Längst wurde die Form minimal verändert und modisch neu z.B. als Wifebeater oder Muscle-Shirt neu auf den Markt gebracht. Es wird direkt mit dem Asi-Appeal gespielt – was sich wie schon vorher in der Namensgebung widerspiegelt. Trotzdem ist es eben nicht mehr asi, sondern so was wie die pasteurisierte Version der Unterhemdes. Asi für die teure Gesellschaft, Arbeiter-Attitüde für die (pseudo) Schickimicki-Welt.

Andererseits: wer möchte seinen Dad schon ernsthaft in einem solchen Shirt vor der Tür sehen? Vielleicht hatte der Autor also doch ganz recht wenn man davon ausgeht, dass bei junge Leser den Beitrag hoffentlich eh nicht finden.

Bruce Willis und sein berühmter Unterhemd-Look

Bruce Willis und sein berühmter Unterhemd-Look

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