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Loveparade - aus und vorbei nach 2010

Loveparade – aus und vorbei nach 2010

Was auf der Loveparade in Duisburg passiert ist, ist eine Tragödie. Daran gibt es überhaupt nichts zu rütteln. Genauso klar ist, dass das Thema polizeilich und auch journalistisch aufgearbeitet werden muss. So weit, so elitär, so weltfremd. Denn wenn bei solchen Vorfällen eines absehbar ist, dann dass die meisten Leser/Zuschauer Blut sehen wollen. Sie wollen lesen, hören, sehen, wie schlimm es war, was die Opfer durchgemacht haben, wer die Schuld trägt.

Sich darüber zu beschweren ist so sinnlos wie nur was. So lange die Nachfrage da ist, wird sie von diversen Medien bedient, denn es zählen Klicks, Einschaltquoten, Auflagen.

Und doch: wenn wir heute über ein Panoptikum sprechen, will sowas niemand mehr haben. Man kann auch keine Zwergen und Mutationen auf Jahrmärkten mehr ausstellen. Wenn wir über Gladiatorenkämpfe reden, verabscheuen wir das. Stierkämpfe – gehen gar nicht.

Ist auch alles richtig. Man kann das Loveparade-Geschehen auch nicht damit vergleichen. In der Bevölkerung wird aber durch die Berichterstattung ein sehr ähnliches Bedürfnis gestillt: Unterhaltung in Blut. Unterhaltung in Schauer. Unterhaltung in Leid. Wie ein Unfall. Wie eine Freak-Ausstellung. Wie ein Gladiatorenkampf.

Ist reißerische Berichterstattung nun moralisch verwerflich? Das muss wohl jeder selber entscheiden.

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