Mann im Schatten

Museum Brandhorst - der Lepanto-Saal

Museum Brandhorst - der Lepanto-Saal

„Fünfte Jahreszeit“ nennt man in München den Ausnahmezustand Oktoberfest – und seit gestern ist es wieder so weit. Überall Verkleidete, ab ca. 17h deutlicher Anstieg der öffentlich Betrunkenen und noch mehr Touristen als sonst. Deutschlands größtes Volksfest mit der magischen Ausstrahlung Richtung USA, Japan und Italien gilt als Brauchtum, ja als Kulturpflege. Wenn die fünfte Jahreszeit anbricht, sieht man selbst in den legersten Understatement-Indie-Bars Lederhosen, Dirndl und heterogen erwirkte Bauern-Optik, während ab Tag 1 Verabredungen mit Freunden kaum mehr machbar sind, wenn sie nicht die Wiesn beinhalten. Da mag plötzlich jeder Kultur.

Ganz anders der Sonntag im Museum Brandhorst. Moderne Kunst soll am sonnengefluteten ersten Wiesn-Sonntag jemanden interessieren? Klingt unwahrscheinlich, ist aber so. Schon im Cafe brummt es, die hohen und lichtgesättigten Räume sind gut besucht – und Trachten sieht man fast gar keine. Was die Indie-Bars nicht geschafft haben, gelingt der Kunst-Ausstellung anscheinend spielend: der Laden brummt, der rustikale Bauern-Spaß treibt sich woanders rum.

Und was lernen wir daraus? Kulturpessimismus mag morgen wieder angesagt sein, heute ist die Welt doch noch irgendwie in Ordnung.

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