Mann im Schatten

Gescheitert am strahlenden Image: Karl-Theodor zu Guttenberg (c) zuguttenberg.de

Gescheitert am strahlenden Image: Karl-Theodor zu Guttenberg (c) zuguttenberg.de

Vormittag im Büro. „Guttenberg tritt zurück!“ Die Kunde verbreitet sich schnell, jeder hat eine Meinung, Fernsehen und Internet-Nachrichten werden gecheckt.

Nachmittags in der Küche: „Es ist erschreckend, wie viele meiner Facebook-‘Freunde’ posten, dass die Hetze gegen Guttenberg übertrieben gewesen sei und er echt nicht hätte zurücktreten müssen. So ein guter Politiker. Ich glaube, ich muss da echt mal aufräumen und ein paar Leute kicken.“

Die überzogene Reaktion eines ohnehin gestressten Kollegen? Eigentlich nicht. Harsch ja, überzogen nicht, denn es ging in der hochkochenden Emotion in der Küche, im Büro, im Netz, in Deutschland nicht um Karl-Theodor zu Guttenberg die Person, sondern um Prinzipien, um Image. Er selber wollte der strahlende Supermann sein, der makellose Held, für den US-Comics der 50er Platz haben, nicht aber der durchschnittliche deutsche Freizeit-Intellektuelle. Dass so einer etwas abkriegt genießt, wer leicht neidisch für deutlich weniger gefeuert würde. Das Stück-für-Stück-Zugeben hat die strahlend weiße Fassade Guttenbergs schneller gesprengt, als ein sofortiges Zugeben, dass auch Mr. Supermann ganz gewaltig Mist gebaut hat.

So sehr Guttenberg mit seinem Image polarisiert – und meistens dabei gewonnen hat – so sehr scheidet er auch im Fall die Geister – momentan weniger erfolgreich für die eigene Person. Er hat hoch gepokert und auf sein Image gebaut. Er hat verloren und erntet umso mehr Häme als andere Politiker, die einfach fallen gelassen wurden.

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