Mann im Schatten

Dass Arbeitgeber mittlerweile fast nur noch den perfekten Arbeitnehmer mit 1.000 Praktika, Einser-Abschluss und Unfruchtbarkeits-Bestätigung suchen, ist bekannt. Kein Grund sich aufzuregen. Wenn man es aber dann plötzlich noch mal fett gedruckt sieht, kommt bei einer solchen Dreistigkeit trotzdem wieder die Galle hoch.

Radio Köln sucht einen Redakteur. Per großer Anzeigen schwarz auf gelb im Journalist. Ein Auszug:

Ihr Profil:
– blabla
– selbstständig, souverän und sicher in sämtlichen redaktionellen Tätigkeitsbereichen,
– für die Arbeit als Radioredakteur/-in, Onlineredakteur/-in, Moderator/-in sowie Reporter/-in einsetzbar,
– perfekt in der digitalen Studio-Selbstfahrtechnik,
– flexibel und belastbar
– usw.

Auf Deutsch: Er soll alles machen, davon auch noch richtig viel, alles perfekt und möglichst alleine – er soll also ein Multimediakanal in Personal-Union werden. Wie wäre es, wenn ein so großer Sender wie Radio Köln sich mal etwas einschränkt, was für eine Stelle sie eigentlich besetzen wollen. Oder dürfen potenzielle Bewerber annehmen, dass die Vergütung dem abzusehenden Stress auch nur entfernt gerecht wird? Sehr zu bezweifeln.

Vielleicht würde es auch nicht schaden, wenn der Bewerber Raketen bauen und mit Steve Jobs auf du wäre? Bewerber sollen natürlich qualifiziert sein, alles andere wäre Unsinn, aber nach Perfektion und Universalität in dieser Größenordnung für einen einfachen Redakteursposten zu suchen, ist schon einiges.

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