Mann im Schatten

Was soll man als Fan des Film-Visionärs David Lynch (Twin Peaks, Lost Highway, Muholland Drive, etc) davon halten, dass er jetzt einen Werbefilm für die Modemarke Dior gemacht hat? Es handelt sich um LADY BLUE SHANGHAI, der u.a. in zwei Teilen auf Youtube zu sehen ist. Der Kurzfilm ist gut gemacht, klar, sonst stände ja nicht der Name David Lynch drüber. Andererseits wirkt er ein wenig, als habe der Meister einfach seine Stilmerkmale genommen und auf einen 15-Minuten-Film gesampelt. Hat einen irgendwie oberflächlich Beigeschmack.

Oder scheint es nur so, weil wir keine autoriale Vision annehmen können? Ist ja schließlich nur ein Werbefilm! Und bedeutet das, dass Lynch-Filme eigentlich immer hohl waren und wir nur die Vision, das Autorenkino hinter in den verstörenden Effekten, vermutet haben? Die Absicht des verschrobenen David Lynch hinein-interpretiert haben?

Und – um noch mehr zu fragen: Ist es eigentlich cool, jetzt eine Art kleinen viralen Lynch-Film zu haben, in dem Dior auf deutlich anspruchsvollere Art Werbung betreibt? Das Web also in kunstvollerer Art nutzt, als nur über Banner-Werbung oder ähnliches?

Fragen über Fragen, die jeder Fan und jeder Gegner von David Lynch für sich elbst beantworten muss. Um die Grundlage zu schaffen, ist hier LADY BLUE SHANGHAI:

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One Response to “Gretchenfrage bei David Lynch und seinem Dior-Werbefilm”

  1. Strombomboli

    Was für ein Schrott. David Lynch versucht, einen Film im Stil von David Lynch zu machen, dabei hat der doch schon lange keinen guten Film mehr gemacht. Insofern ist es nur logisch, daß er jetzt Werbung macht. Seine Filme sind fürs Klientel von Luxusmode absolut kompatibel, weil die ihre Legitimation durch ihre lächerlich hohen Preise gewinnt, wie David Lynch die seine durch seine sinnfreie und damit lächerliche, man könnte auch sagen: prätentiöse Unheimlichkeit.

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