Mann im Schatten

Der Zeitungsriese welt.de trifft sich mit den beiden quirligen Game One (MTV) Machern Daniel „Budi“ Budiman und Simon Krätschmer. Eröffnung des Artikels:

„Fernsehen ist feige.“

Das ist auch der Grundtenor des Artikels der zeigt, wie schwer die beiden Kreativköpfe es hatten, die Phänomene „Games“ und „Internet“ in ein erfolgreiches TV-Format zu bringen. Schwer, weil MTV ihnen Steine in den Weg legte, anstatt Experimente zu wagen.

Glück für Budi und Simon: sie konnten die TV-Macher von ihren Ideen und dem Sinn von Kreativität überzeugen. Mit Erfolg: Die Sendung gibt es noch heute und selbst welt.de berichtet darüber.

Noch schwerer tun sich hingegen die Grafik-Abgeordneten der Musikindustrie. Bis heute gibt es keine schlüssigen und interessanten neuen Konzepte für Artworks. Auf Vinyl waren sie groß und schön, in der CD wurden irgendwann auch kleine Wunderwerke an Artworks gebastelt (wie z.B. bei Tool), doch digital gibt es – wenn überhaupt – Scans der Bilder. Braucht niemand auf dem iPod.

Was bedeutet optische Kunst als weitere Dimension von Musik? Im digitalen Bereich sind das bisher höchstens mal winzige Bilder. Aber damit, und da hat Eliot Van Buskirk von wired.com absolut Recht, liegen die Verantwortlichen falsch. MP3-Player, Laptops, Desktop-Rechner etc. funktionieren nicht nur auf dieser einen Ebene „Bild“. Es gibt Möglichkeiten, zusätzliche optische Ebenen ins Gesamtkunstwerk Album einzubringen, aber sie sind anders, als die noch von der LP und später CD gewohnten Pfade. Es muss sich nur mal jemand hinsetzen und die Möglichkeiten des Computers mit den Anforderungen eines Musik-Albums vergleichen und vereinen.

Und warum passiert da nichts? Weil die Musikindustrie genauso unfähig ist, Neues zu entdecken, wie die Fernseh-Macher zu feige sind, Neues zu probieren? Eine böse Theorie – aber wohl gar nicht mal so falsch.

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