Mann im Schatten

Er ist einer der ganz Großen, Charakter-Darsteller, Method-Actor. Seine Filme sind Garanten für schauspielerische Glanzleistung und alle lieben diesen Teufelskerl Christian Bale, der im Handumdrehen der altersschwachen Film-Serie BATMAN neues Leben einhauchte.

Schaut man aber mal genauer hin, wird fraglich, warum Christian Bale als der Über-Schauspieler gehandelt wird. Klar, THE MACHINIST (2004) war großartig, beeindruckend, intensiv. Der Film zeigte ihn von unglaublicher, heruntergehungerter Präsenz. Doch selbst dieser Film hätte deutlich mehr Einfluss, wenn nicht FIGHT CLUB (1999) den gleichen Twist im Plot gehabt hätte.

The Machinist

The Machinist

Ansonsten scheint Mr. Bale eine Vorliebe für Filme zu haben, die zwar wirklich gut werden, ihm aber ein solch enges Korsett anlegen, dass er sein zweifelsfrei vorhandenes Talent gar nicht zeigen muss. EQUILIBIUM (2002) war low budget und seine Rolle als (anfangs) verblendeter Paladin ausgesprochen eng. Das hätte auch Tom Cruise problemlos spielen könne. Genau, wie AMERICAN PSYCHO (2000), in dem Christian Bale fast nur zwei Gesichter brauchte: das aalglatte und das des Psychopathen.

Equilibrium

Equilibrium

Und seine großen Kasseschlager BATMAN BEGINS (2005), BATMAN – THE DARK KNIGHT (2008) und TERMINATOR SALVATION (2009)? Prima Filme, aber schauspielerisch fast nichts. Als Batman zeigte er sich hauptsächlich als emotionsfreier Rächer, der ohne Maske fast seiner Rolle des Patrick Bateman in AMERICAN PSYCHO entsprach, während er als John Connor in TERMINATOR ebenfalls streng reglementiert war. Meistens war er der harte Kämpfer, der Level um Level löst und ab und zu mal emotionale Lücken einbaut, wenn er unsicher in die Zukunft blickt.

Batman

Batman

Aber sind das große Leistungen? Im Einzelnen sicher nicht. Als Gesamtpaket zeigt Bale ein großes Portfolio möglicher Darstellung. Doch den Ruf der Schauspieler-Hoffnung hatte er spätestens schon seit THE MACHINIST, während er vorher als Geheimtipp gehandelt wurde.

Terminator Salvation

Terminator Salvation

Zweifelsfrei – Christian Bale ist einer jener Schauspieler, vor denen der Hut gezogen werden sollte. Aber er ist noch lange nicht die Gewährleistung dafür, dass ein Film schauspielerisch wertvoll wird. Dazu sucht er sich leider zu oft Rollen aus, die klar festgelegt sind. Oder möchte jemand einen Rebellenführer John Connor sehen, der im Kampf gegen die Maschinen gefühlsduselig wird? Oder einen Batman, der die Bösewichte versteht und mit ihnen gemeinsam die Schrecken der jeweiligen Kindheit durchleidet?

Gebt Christian Bale echte Rollen, lasst ihn wieder spielen! Nicht nur im Gesamtwerk seiner Filmografie, sondern in jedem einzelnen Film.

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3 Responses to “Alle lieben Christian Bale (Batman, Terminator) – aber warum eigentlich?”

  1. Steffen

    In einem Interview hat er kürzlich gesagt, dass er bis an die Grenzen getrieben werden muss, damit er mit einem Filmprojekt zufrieden ist. Daher würde er auch gern mit Lars von Trier drehen. Vielleicht ist das ja die Lösung: Bale wird erst so richtig gut, wenn er einen Meister hat, der ihn triezt.

  2. Tobias

    Dann kann er sich zwar keine Ausraster mehr am Set leisten, aber es könnten wirklich Perlen entstehen. So wie bei Klaus Kinski / Werner Herzog. Auch wenn Christian Bale natürlich nicht so neurotisch ist, wie Kinski…

  3. Leiche im Vorgarten von Schauspieler Christian Bale gefunden

    […] wurde höchstwahrscheinlich von seiner Frau umgebracht. Trotz dieser Schlagzeilen ist, wie der Mann im Schatten berichtet, Christian Bale immernoch sehr beliebt. Auch trotz der Filme, in denen er wohl sein […]

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