Mann im Schatten

Der deutsche Bundestag (c) bundestag.de

Der deutsche Bundestag (c) bundestag.de

Vor 20 Jahren ist in Deutschland Geschichte geschrieben worden. Aus zwei Staaten wurde endlich wieder einer. Darauf können wir stolz sein. In Berlin haben wir das vor dem Bundesstag während einer sehr würdevollen Ansprache gelernt, in der Tagesschau haben es alle anderen gehört:

“Auch bei selbstkritischer Betrachtung der 20 Jahre seit dem 3. Oktober 1990 haben wir alle miteinander Anlass zu stillem Stolz und lautem Dank.”
(Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, zitiert nach bundestag.de)

Aber worum geht es bei einer Einheit? Worum geht es, wenn ein Volk auf sein Land stolz sein soll, auf seine Mitmenschen? Geht es dann darum, in einer steifen Veranstaltung zu sitzen und sich Spitzentanz anzusehen? Sich salbungsvolle Worte anzuhören? Ein bisschen Streichorchester? Oder sollten wir lieber feiern? Mit unseren Landsleuten sprechen, anstoßen, Gemeinsamkeiten finden?

Die Veranstaltung vor dem Reichstag am historischen 03.10.2010 war so langweilig, wie das Volksfest vor dem Brandenburger Tor eine austauschbare Ansammlung der üblichen Fressbuden. Deutschland feiert sich selbst? Schön wäre es. Eine Freundin aus Amerika brachte es auf den Punkt:

„This really is so lame. But hey, I got the my friend’s message on the mobile … she already left: ‘This is so boring! I just could not stay.’“

Und damit hatten sie alle beiden recht. Da hilft auch kein Feuerwerk mehr. Deutschland: ich bin ja so stolz! Feiern können wir nicht, aber im Stepptanz sind wir toll. Auch nach 20 Jahren Wiedervereinigung.

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